Geschichte des Vereins

Die Geschichte vom „Rockzipfel München e. V.“

Der Verein Rockzipfel München e. V. wurde 2014 auf Initiative von Regina Kapsner und Wolfgang Altmann gegründet. Regina hatte das Buch „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“ von Jean Liedloff gelesen, danach „Auf den Spuren des Glücks“ von Carola Eder, und darin die Idee des „CoWorking mit Kindern“ vom Rockzipfel Leipzig entdeckt. Diese Lösung für die Vereinbarkeit von Familie und Kind, zum Leben des „Continuum Concepts“, wo die Kinder möglichst lang von den Eltern selber betreut werden, überzeugte die Gründer sofort.

Es fanden sich noch 5 weitere mutige Menschen, und diese sieben Gründungsmitglieder setzten ihre Unterschriften am 20.09.2014 unter Satzung und Gründungsprotokoll.

Als nächstes suchten die Gründer nach Räumen, in denen Treffen für die Eltern-Kind-Gruppen stattfinden könnten und nach weiteren Eltern, die mitmachen wollten.

Man wurde fündig im Familienzentrum Trudering, wo für einen Tag pro Woche ein Raum angemietet werden konnte, in dem erste Treffen stattfanden.

Eine kleine Gruppe engagierter Eltern traf sich regelmäßig; man lernte sich kennen, die Kinder spielten zusammen, die Eltern konnten ein bisschen arbeiten, lesen, Emails checken usw.

Von 2015-2016 entstanden in anderen Stadtteilen Münchens ähnliche Treffpunkte in Familienzentren bzw. Nachbarschaftstreffs. Jeder Standort wurde von einer engagierten Mama geleitet, die die Treffen organisierte, im Raum für Ordnung sorgte usw.

Im Jahr 2017 kam es zu einer Kooperation mit dem „Familienbaum München e. V.“, der in der Hebenstreitstraße auf einem unbebauten Grundstück ein Tipi, eine Jurte und einen Bauwagen aufgestellt und einen Garten angelegt hatte, wo auch ein Treffpunkt für Familien mit Kindern entstanden war. Der Rockzipfel half dabei, den Bauwagen herzurichten, so dass man darin ein bisschen arbeiten konnte, während die Kinder im Gelände unterwegs waren.

Ab 2018 kamen die Aktivitäten des Vereins zur Ruhe; die Gründungsmitglieder bzw. Mitmacher/innen der ersten Jahre und ihre Kinder gingen mittlerweile wieder andere Wege.

Der Verein blieb bestehen, die Webseite bzw. facebook-Seite wurde immer wieder von Interessenten gefunden, eingehende Anfragen zum Rockzipfel wurden beantwortet, interessierte Mütter nach Möglichkeit untereinander vernetzt, damit sie im kleinen Rahmen Mütter-Teams bilden konnten.

Ab und zu gab es auch Anfragen von Studenten, die das Konzept im Rahmen von Studien-Arbeiten untersuchen wollten.

Im Jahr 2021 wurde der Verein dann wieder aktiviert, als sich neue Eltern zusammenfanden, die für ihre Kinder in Zeiten der Corona-Pandemie einen Ort schaffen wollten, um sich über ihre Erfahrungen mit den Maßnahmen auszutauschen und im Rahmen von Selbsthilfegruppen das Erlebte besser zu verarbeiten.

Nun war das Bedürfnis sehr stark, eigene Räume für diese Treffen zu haben. Im Sommer konnte man sich auch draußen treffen, aber für den Herbst sollte es ein Haus oder ähnliches sein.

Die Idee wuchs, ein Büro anzumieten, und dort CoWorking zu ermöglichen, so dass die berufstätigen Eltern ihren Aufgaben so wie im Home Office gerecht werden können, die Kinder aber mehr soziale Kontakte als zu Hause pflegen können. In den Pausen bzw. am Nachmittag sollte der Gruppenarbeit mehr Raum gegeben werden.

Ein erstes Büro wurde schon im Mai 2021 besichtigt, kam dann aber doch nicht in Frage. Die Suche ging weiter. Im Sommer fand man geeignete Räume in Markt Schwaben; diese konnten jedoch nicht vom Verein angemietet werden, deshalb erklärte sich Regina bereit, den Mietvertrag über ihre GmbH abzuschließen und dem Verein die Nutzung zu ermöglichen.

Ab Ende August 2021 begannen die beteiligten Familien, die Räume einzurichten. Über ebay-Kleinanzeigen und private Kontakte wurden viele nützliche Möbel gefunden, eine Brief-Aktion im Umkreis (130 Unternehmen wurden angeschrieben) brachte weitere Unterstützer und sogar einen Kontakt zu einer Büro-Auflösung, wo Büro-Möbel abgeholt werden konnten.

Im Herbst etablierte sich der Rockzipfel München e. V. in den Räumen in Markt Schwaben. Es trafen sich immer mehr Selbsthilfegruppen und formten sich im Zusammensein.

Ein motiviertes Organisations-Team organisiert nun die Treffen, kümmert sich um die Räume – es wird z. B. alles selber geputzt – füllt den Kühlschrank und hat ein offenes Ohr für die Anliegen der Gruppenteilnehmer.

Den beteiligten Familien tut es gut, sich austauschen zu können, es entstehen neue Freundschaften und Initiativen, die in die Zukunft weisen.

Ganz unterschiedliche Projekte werden in den Räumen des Vereins ins Leben gerufen, geplant, ins Umfeld getragen. Der Verein ist ein wichtiger Treffpunkt geworden.

Aufgrund behördlicher Vorgaben darf das ursprüngliche Konzept des „Eltern-Kind-Büros mit gegenseitiger Unterstützung bei der Kinderbetreuung“ nicht mehr stattfinden; es gibt aber weiterhin Selbsthilfegruppen, Vorträge und Workshops.

Zum Jahreswechsel 2021-2022 bekommt der Verein ein Angebot, ein Haus etwas mehr im Grünen zu mieten; alle engagierten Eltern beraten, planen, verhandeln. Und so wie es aussieht, werden wir im Frühjahr umziehen – ein neues Kapitel des Rockzipfel München e. V. öffnet sich.

Seit März 2022 hat der Rockzipfel ein Vereinsheim im Grünen und organisiert dort verschiedene Projekte für Kinder und Eltern.